Bildungspolitik und Kinderarmut

Forderung nach weiteren Gesamtschulen in Bochum

Auf ihrer gestrigen Jahreshauptversammlung hat die GEW Bochum auf ein Jahr voller schul-, bildungs- und gesellschaftspolitischer Aktivitäten zurück geblickt. Ein Schwerpunkt ist und bleibt die Forderung nach weiteren Gesamtschulen.
Bildungspolitik und Kinderarmut

Foto: Tim Reckmann/pixelio.de

Dazu sehr passend referierte Thomas Groos zum Thema „Kinderarmut im Ruhrgebiet und in Bochum“. In dem Forschungsprojekt „Kein Kind zurücklassen“ wurde aufgezeigt, dass die (Kinder-)Armut im Ruhrgebiet in den letzten Jahren eklatant zugenommen hat. In Bochum sind die sozialen Schieflagen sehr gut im Sozialbericht nachzuvollziehen. Ungleiches dürfe nicht gleich behandelt werden, so das Fazit von Groos. Schulen mit einer sozial benachteiligten Schülerschaft müssten eine spezifische zusätzliche Förderung bekommen. Bei der Landesregierung sei derzeit allerdings kein ernsthafter Wille dazu zu erkennen. So habe die Aufhebung der Grundschulbezirke zu einer deutlichen Entmischung der sozialen Lagen an den Schulen geführt. Wohlhabende, gebildete Eltern schicken ihr Kind eher auf eine entferntere Schule mit vermeintlich „besserem“ Einzugsgebiet als sozial benachteiligte. Die landesweite Wiedereinführung der Grundschulbezirke stehe trotzdem derzeit nicht auf der politischen Agenda. In der anschließenden Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass die Bildungsausgaben sowohl in NRW als auch in Deutschland insgesamt erhöht werden müssten, um überhaupt eine bessere Förderung und Bildung zu ermöglichen. Deshalb wird sich die GEW auch in Bochum weiterhin kommunal-, landes- und bundespolitisch für ein gerechtes Bildungssystem und soziale Gerechtigkeit einsetzen.