GEW gegen Werbeauftritt der Bundeswehr

Kein Werben fürs Sterben auf Berufsinformationsmesse

Die GEW Bochum lehnt auch in diesem Jahr den Auftritt der Bundeswehr auf der Berufsinformationsmesse in der Jahrhunderthalle ab: Dieser widerspricht einer verantwortungsvollen Pädagogik und Berufsorientierung. Nach wie vor hat die Bildungsgewerkschaft kein Verständnis dafür, dass nicht – wie in anderen Städten – der Auftritt der Bundeswehr verhindert wird.
GEW gegen Werbeauftritt der Bundeswehr

Die GEW Bochum lehnt auch in diesem Jahr den Auftritt der Bundeswehr auf der Berufsinformationsmesse in der Jahrhunderthalle ab: Dieser widerspricht einer verantwortungsvollen Pädagogik und Berufsorientierung. Nach wie vor hat die Bildungsgewerkschaft kein Verständnis dafür, dass nicht – wie in anderen Städten – der Auftritt der Bundeswehr verhindert wird.

Jahrelange heftige und  kontroverse Diskussionen in Bochum und den Nachbarstädten um die Teilnahme der Bundeswehr an dieser Veranstaltung hatten ursprünglich immerhin Veranlassung gegeben, bei einer Podiumsdiskussion am Rande der Messe die Brisanz der Angelegenheit aus verschiedenen Perspektiven zu thematisieren. Eine solche Runde, die auch interessierten Schülerinnen und Schülern die Zwiespältigkeit des Angebots wenigstens ansatzweise bewusst machen konnte, wird seit einiger Zeit nicht mehr durchgeführt. Auch sind keine anderweitigen Konsequenzen aus der Diskussion gezogen worden. 

Die Position der GEW  ist klar: Die Bundeswehr ist eben kein „ganz normaler Arbeitgeber“. Ihre Tätigkeit beinhaltet Kampfeinsätze in Krisengebieten, deren Folgen für die Beteiligten nicht absehbar und oft traumatisierend sind. „Den Jugendlichen, die in ihren weltanschaulichen Haltungen noch Orientierung suchen und die Tragweite von Militäreinätzen  auch für die eigene seelische Verfassung gar nicht einschätzen können, wird hier ein Arbeitsplatz mit viel Technik und Abenteuer vorgeführt, der jedoch in Wahrheit ganz andere Dimensionen hat“, so Ulrich Kriegesmann vom Vorstand der GEW Bochum. „Das ist aus unserer Sicht auf einer Berufsinformationsveranstaltung für Jugendliche nicht vertretbar!“ Sogar der UN-Ausschuss für Rechte von Kindern hat Kritik an einseitigen Werbekampagnen bei Minderjährigen in Deutschland geübt.

So genannte Kooperationsabkommen zwischen Kultusministerien und Bundeswehr sorgen für einen zunehmenden Einfluss der Bundeswehr in Schulen und werden daher seit Langem auch vom Landesverband der GEW scharf kritisiert.

Das Bochumer Friedensplenum wird am Freitag, 2. Mai ab 8.30 Uhr Flugblätter vor der Jahrhunderthalle gegen die Anwesenheit der Bundeswehr verteilen. Die GEW unterstützt die Aktion.