Späte Einsicht der Landesregierung

Späte Einsicht der Landesregierung

Foto: Hella Eberhardt

Liebe Kolleg*innen, leibe Unterstüzer*innen,

vor einem Monat starteten wir unsere Petition: „Kein Verbot des Solinger Wegs – RKI-Empfehlungen auch in Schulen umsetzen!“ Kern unserer Forderung war das Aussetzen der Präsenzpflicht in den Schulen und die Anpassung des Unterrichts an die lokalen Inzidenzzahlen gemäß eines Stufenplans. Nun hat die NRW-Landesregierung am Freitag die Präsenzpflicht in den Schulen aufgehoben. Dabei hatte Schulministerin Gebauer noch am Mittwoch im Landtag erklärt, dass es mit ihr eine Aufhebung der Schulpflicht nicht geben würde und der dahingehende Vorschlag der Akademie Leopoldina „untauglich“ sei.

Dass die Präsenzpflicht nun ausgesetzt wird, ist ein richtiger Schritt. Er zeigt auch, dass unsere inzwischen über 5.690 Stimmen nicht nur Schall und Rauch waren. Doch er hätte schon viel früher umgesetzt werden müssen. Die Vorschläge der Kommunen und einzelner Schulen für Wechsel- und Hybridmodelle lagen seit November auf dem Tisch. Und wer in der Schule war, weiß, dass der gebetsmühlenartig von Frau Gebauer vorgetragene Satz, die Schulen seien sicher und es herrsche Normalbetrieb, nicht der Realität entsprach, u. a. weil Quarantäne und Distanzunterricht zu permanent fluktuierenden Schülergruppen führten und Präsenzunterricht kaum planbar war.

Schließlich fragen wir uns, warum hat die Schulministerin unseren seit Monaten rational und abgewogen vorgetragenen Argumenten und den begründeten Sicherheitsüberlegungen der Kommunen nicht eher Beachtung geschenkt? Wir befürchten, dass sie auch weiterhin gute Ratschläge in den Wind schlagen wird.

Daher fordern wir die Landesregierung und die Ministerin für Schule und Bildung des Landes NRW mit Nachdruck dazu auf:

  • Ermöglichen Sie es Schulen und Kommunen, nach der Wiederaufnahme des Unterrichts im Januar alternative Unterrichtsmodelle (z. B. Wechsel- und Hybridunterricht) einzuführen.
  • Unterstützen Sie Kommunen wie Duisburg, Bielefeld, Hagen, Solingen, Hamm und Herne , die nach einem Bericht der WAZ von Fr., 11.12.2020 „Allgemeinverfügungen“ beschließen und dann stadtweit nach Bedarf Wechselunterricht (vormittags und nachmittags, tage- oder wochenweise) sowie Hybridunterricht (Mischung aus Präsenz- und Onlineunterricht) einführen wollen!
  • Ermöglichen Sie den Schulen lokal sensible Unterrichtsmodelle umzusetzen, damit Schülerinnen und Schüler zielführend und nachhaltig gefördert werden können!
  • Stimmen Sie Maßnahmen rechtzeitig mit den Verbänden ab und suchen Sie aktiv den Austausch mit den Schulleitungen und den Lehrerinnen und Lehrern!
  • Zeigen Sie konkret, dass Sie die Lehrerinnen und Lehrer, die Schulleitungen, die Beschäftigten, sowie die Schülerinnen und Schüler und deren Eltern, wertschätzen, indem Sie jetzt an nachhaltigen Konzepten für den Unterricht im neuen Jahr 2021 arbeiten!  

Bildung unter der Pandemie - das machen wir gemeinsam!

Eure GEW-Bochum